Die besten Biere vom Winter Beer Day 2016

von in Craft Beer Unser Hamburg

Es gibt schlimmere Dinge, als sich samstags in den Schanzenhöfen rumzutreiben, um 60 Biere von 18 Brauereien zu probieren. Oder es zumindest zu versuchen. Das Alte Mädchen und Ratsherrn haben am Wochenende zum Winter Beer Day 2016 geladen, was sich als vorweihnachtlich-gemütliche Veranstaltung entpuppte. Neben den bekannten Brauereien aus Hamburg und Berlin waren dieses Jahr auch Gäste aus Dänemark und Italien vertreten, die für einige Überraschungen sorgten. Dazu gab es Live-Musik von Lerch & Ko und Workshops rund ums Thema Bier & Brauen. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung für alle Bierliebhaber und Hobbybrauer.

Pirate Brewing (Berlin)

Der Schwede Andreas und seine Partnerin Christipa aus Spanien haben sich in Berlin-Mitte niedergelassen und brauen dort nun mit Pirate Brewing als Gipsy-Brauer ihr Bier. Das Crazy Bastard Chili Porter kommt richtig gut, entlockt mir als erste Reaktion ein „smooth“, was das Gefühl am Gaumen perfekt beschreibt. Nach einigen Schlucken kommt die Chili richtig gut durch. Hierfür verwenden sie einer der schärfsten Chilis der Welt, wovon auch nur eine pro 50 l ihren Weg in den Topf findet. Die beiden legen Wert auf regionale Produkte, wie z. B. beim Kaffee, den sie für dieses Bier verwendet haben. Ein gutes Bier.

Crazy Bastard Chili Porter von Pirate Brewing

Crazy Bastard Chili Porter von Pirate Brewing

Fanø Bryghus (DK)

Ich bin ganz ehrlich: Dänemark war für mich bisher nicht das Land der Biere. Bis auf einige Ausnahmen sind dänische Biere für mich ein Potpourri dünner Lagerbiere, die sich eigentlich nur durch den Alkoholgehalt unterscheiden. Doch ich probiere sie immer wieder – und dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Fanø Bryghus braut tatsächlich Biere, die hängen bleiben. Das Vadehav Oyster Stout mit echten Wattenmeeraustern schmeckt zwar nicht nach Austern, hat aber eine tolle Würze und ist dabei schön leicht, was man bei einem Stout erst mal nicht erwartet. Und das ganzjährig erhältliche Julebrygg ist endlich mal ein Weihnachtsbier, das diesen Namen auch verdient.

Vadehav Oyster Stout von Fanø Bryghus

Vadehav Oyster Stout von Fanø Bryghus

Bierfabrik (Berlin)

„Don’t Believe The Craft Beer Hype“ steht auf dem Banner, das am Stand von der Bierfabrik hängt. Ungewöhnlich auf so einem Event, aber durchaus vertretbar. Der Begriff „Craft Beer“ wird ausgeschlachtet wo es nur geht und doch brauchen wir ihn, um erklären zu können, was handgemachtes Bier eigentlich ist. Paradox irgendwie. Wie dem auch sei, ich unterhalte mich sehr nett mit dem Team aus Berlin-Marzahn, das seit 2014 eine eigene Brauerei mit einer 10-hl-Anlage betreibt. Ich probiere das Noir, ein dunkles Witbier in einer wirklich schönen Flasche. Ausgewogen im Geschmack und mit einer gewissen Komplexität. Das muss ich noch mal in einem ruhigen Moment genießen.

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Noir von der Bierfabrik

Und sonst so?

Ebenfalls gut gefallen haben mir das w00tstout von Stone Brewing, Nussferatu von Hopper Bräu, Kogge von der Kreativbrauerei Kehrwieder, Orange Bock von Hops & Barley, Dark Metal von Birrificio Indipendente Elav aus Italien und die Brunhilde von Fräulein Brauer. Dann die beiden fassgelagerten Kreationen von Ratsherrn, die es hoffentlich bald auch zu kaufen gibt. Außerdem sollte man immer bei HobbyBrau vorbeischauen, wo es immer die ein oder andere Überraschung gibt.

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Fräulein Brauer

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