Übernachten, Essen, Shopping: unsere Tipps für Stockholm

von in Auf Reisen

„Wie war es denn in Stockholm?“ wurden wir über Weihnachten oft gefragt. Vier Tage verbrachten wir im Dezember in der schwedischen Hauptstadt, ein kleiner vorweihnachtlicher Trip zum Ende eines Jahres, in dem wir leider viel zu wenig gereist sind. „Schön“, sagten wir dann. Oder: „Ganz nett!“ Was man halt so sagt, wenn es schön war, und nett – aber einen eben doch nicht so vollends von den Socken gehauen hat.

Wir mögen Skandinavien sehr, waren mehrmals schon in Kopenhagen und Oslo, und haben es immer genossen. Nun also Stockholm, die Stadt, die schon lange auf unserer Liste stand. Warum es uns am Ende zwar gut, aber eben nicht bombig gefallen hat, kann ich gar nicht so recht erklären. Es ist einfach ein Gefühl. Ein Gefühl, das eine Stadt (oder die Menschen, die in ihr leben) einem gibt, wenn man sich in sie hineinwirft, ohne großen Plan und Erwartungen, und einfach mal „machen“ lässt. Denn wenn wir reisen, haben wir selten lange To-Do-Listen, die wir abarbeiten. Ein paar Shops oder Restaurants suchen wir vorher raus, just in case quasi, aber eigentlich lassen wir uns bei Städtetrips am liebsten einfach treiben. Am Ende war es vielleicht ein bisschen die (gefühlte) Weitläufigkeit der Stadt und ein bisschen die Arroganz einiger Schweden, die die Freude etwas trübten.

Doch auch wenn dieser Trip nun vielleicht nicht unbedingt in unsere Hall of Fame der Reisen eingeht: Unterm Strich hatten wir eine gute Zeit. Wir spazierten in die Altstadt mit ihren kleinen Gassen, ins eher szenige Södermalm, durch die trubelige Innenstadt, futterten uns einmal durch die zahlreichen Food Courts, besuchten feine Läden, kleine Cafès und quirlige Restaurants und das Wikingerschiff im Vasa Museum (so gut!). Die Stimmung war sehr weihnachtlich, mit viel liebevoller Deko und Gemütlichkeit. Und falls Ihr auch einen Trip plant, kommen hier ein paar Dinge, die uns in Stockholm gefallen haben:

Übernachten: HTL Hotel Kungsgatan

Eines muss einem klar sein: In Stockholm rinnt einem das Geld nur so aus den Fingern. Wir haben also nach einem schönen aber nicht allzu teuren Hotel gesucht. Und es gefunden! Das HTL Hotel Kungsgatan liegt sehr zentral in der Innenstadt und man erreicht die schönsten Shops und Viertel in wenigen Minuten zu Fuß. Im HTL wohnt ein eher junges Publikum, die Zimmer sind klein aber modern und durchdacht (echte Raumwunder) und unten gibt es eine Lounge mit Bar, Restaurant und vielen „Arbeitsplätzen“. Den allergrößten Luxus darf man natürlich nicht erwarten – dafür aber eine gute Lage, nette Leute und ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis.

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Hacker @HTL Hotel.

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HTL-Burger

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Im HTL teilen die Gäste ihre Stockholm-Tipps an einem Board in der Lobby.

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Gutes Essen und ein neues Lieblingswort: Fika!

Auf ihre „Fika“ lassen die Schweden nichts kommen – und ich habe mich direkt in das Wort verliebt. Vier Mal am Tag ist so eine kleine Pause mit Kaffee und Zimtschnecke angeblich Pflicht; und die kann man in Stockholm tatsächlich an jeder Ecke abhalten. Unser Tipp: Geht in das kleine Café Chokladkoppen in der Altstadt (Stortorget 18). Sehr gemütlich und sehr lecker. Ebenfalls einen Ausflug wert sind das Löfbergs (Kungsgatan 3) und das Vete-Katten (Kungsgatan 55) in der Nähe vom Hauptbahnhof und direkt neben dem HTL Hotel.

Den Mittagshunger stillt man dann ganz hervorragend in einem der Food Courts oder Markthallen. Das K25 (Kungsgatan 25) ist eher stylish, in den Hötorgshallen gibt es viel Fisch und köstliche Hotdogs bei Taylor & Jones und die wohl schönste Gourmethalle ist die Östermalms Saluhall (Östermalmstorg 114).

Die besten Kötbullar soll es übrigens abends im Bakfickan (Jakobs torg 12) geben – allerdings haben wir es dahin leider nicht geschafft. Fischfans kommen im Restaurant B.A.R. (Blasieholmsgatan 4 a) auf ihre Kosten: In lässiger Atmosphäre ordert man hier seinen Fisch direkt an der Frischetheke und kriegt ihn kurze Zeit später perfekt gegrillt an den Tisch geliefert. Lecker. Tipp: Das Steak-Tartar als Vorspeise ist auch `ne Wucht. Wichtig: Wo auch immer man abends essen gehen möchte, man sollte immer vorher reservieren.

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Frühstück im Vete-Katten.

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Wichtigste Schwedenvokabel: Fika.

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Klein und fein: das Café Chokladkoppen in der Altstadt.

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Leckeren Fisch gibt es im Restaurant B.A.R.

Shop till you drop

Wenn die Skandinavier eines können, dann ist das ja Design. Schöne Interiorshops wie das Designhouse (z.B. Hamngatan 18-20) oder das Illums Bolighus (Hamngatan 27) findet man deshalb an jeder Ecke. Unbedingt sollte man auch ins Lagerhaus (z.B. Drottninggatan 31) gehen, da gibt es feine Dinge für eher kleines Geld. Auch schön: Die Kaufhäuser Mood (Regeringsgatan 48) und das Nordiska Kompaniets (Hamngatan 18-20).

In Södermalm reihen sich vor allem Mode- und Vintageshops aneinander. Hier lohnt ein Abstecher in die Seitenstraßen – zum Beispiel zum Concept Store Grandpa (Södermannagatan 21) und, direkt um die Ecke, für ein paar Mitbringsel ins Urban Deli Nytorget, einen kleinen tollen Supermarkt mit angeschlossenem Deli (Nytorget 4).

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Shopping in Södermalm.

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Let’s have a beer!

Wer in Skandinavien unterwegs ist, der wird feststellen, dass das Bierangebot beinahe überall größer ist als in hiesigen Lokalitäten. Auch in Stockholm muss man nicht lange suchen, um eine gute Auswahl schwedischer Bierspezialitäten zu finden. Zwei Adressen, die uns sehr zugesagt haben sind das Omnipollos hatt im nördlichen Teil Södermalms (Hökens gata 3). Neben den hauseigenen Bieren gibt es hier diverse Sorten lokaler Brauereien und natürlich den ein oder anderen Klassiker. Elf Zapfhähne lassen garantiert keine Kehle trocken. Ein unscheinbarer Laden, der sich voll und ganz auf das Produkt konzentriert.

Wer es etwas größer und uriger mag, der ist im Akkurat (Hornsgatan 18) bestens aufgehoben. Es liegt ebenfalls in Södermalm und ist nur fünf Gehminuten vom Omnipollos hatt entfernt. Hier warten 28 Taps mit regelmäßig wechselnden Bieren (darunter immer auch viele Gastbiere) und weitere 600 Sorten aus der Flasche.

Aslo dann: gute Reise und skål!

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Urig: das Akkurat in Södermalm.

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Übrigens: Wir waren das erste Mal ohne Spiegelreflex unterwegs. Stattdessen hatten wir unsere Olympus Pen 7, für die wir uns kürzlich ein 25 mm Objektiv (feste Brennweite) gekauft haben, dabei. Und können sagen: Mit diesem Objektiv eine wirklich gute und vor allem handliche Alternative zu unserer Canon. #notsponsered