Thirsty Thursday To Øl – Black Bauble

von in Craft Beer

Kardamom, Orangenschale, brauner Zucker – das sind typische Zutaten, um ein gutes Bier zu brauen. Das weiß doch jedes Kind. Und wenn nicht, sollte hier schleunigst der Lehrplan umgeschrieben werden. Die Dänen von To Øl legen mit diesen Ingredienzien und ihrem Black Bauble nämlich die Messlatte für Spitzenbier noch mal ein paar Meter höher.

Black Bauble, die schwarze Weihnachtskugel. Ein tolles Porter für die gemütliche Jahreszeit. Wer jetzt gleich an ein Stout denkt, schwer, dick und voller Kaffeearomen, der irrt. Weihnachtsbiere sind würzig und dabei meistens etwas leichter. Wobei dieses Exemplar hier mit 8.0% vol. schon eher  etwas für den Abend vor dem Kamin ist, denn fürs schnelle Wegzischen zwischendurch. Röstaromen, eine herrliche Orangennote und das leicht blumige Aroma des Tettnanger Hopfens ist das, was Euch erwartet. Übrigens: Weihnachtsbiere werden in Dänemark auch gerne mal ganzjährig getrunken. Azyklisches Genießen lautet die Devise.

Hinter To Øl stehen Tobias Emil Jensen und Tore Gynther aus Kopenhagen. Die Dänen sind seit 2010 „gipsy brewer“, was bedeutet, dass sie keine eigene Brauerei besitzen und sich in fremden Kesseln einmieten. Als ich die Brauerei vor ein paar Jahren entdeckte, war das für mich so etwas wie die Rettung der dänischen Braukultur. Denn so gerne ich Land und Leute schon immer mochte – mit dänischem Bier verband ich bis dahin eher eine dünne, muffige Plörre, von der man einen dicken Schädel bekommt.

Mehrmals wurde To Øl zu den besten 100 Brauereien weltweit gekürt, 2014 waren sie sogar in den Top 10. Ich kann nur sagen: zu Recht! Nicht jedes ihrer Biere trifft voll meinen Geschmack, aber qualitativ hat mich noch keins enttäuscht.