Thirsty Thursday Omnipollo – Bianca

von in Craft Beer

Sie liegt mit Dir am Strand, knabbert Dir am Ohr und erzählt Dir von den Orten, die sie sah. Sie weiß, wie sie Dich und andere betören kann. Denn sie hat schon viel gesehen, viel erlebt und am Ende alle verlassen. Bianca ist wild, so süß sie auch ist. Am Ende bleibt nichts, als ein bitterer Beigeschmack und die Erinnerungen an diesen einen Tag am Strand von Tuvalu.

Bianca von Omnipollo ist eine Mango Lassi Gose und hat mit dem deutschen Reinheitsgebot so viel gemeinsam wie Fakten mit Alternativen. Denn eine Gose wird mit Laktosebakterien gebraut, wodurch ein säuerlicher Geschmack entsteht. Zudem hat Bianca noch einiges im Handgepäck, was sie eigentlich abgeben müsste. Mango-Püree steht nämlich auch auf der Liste verbotener Zutaten für reinheitsgebotstreue Biere.

Allerdings verpasst Ihr einiges, solltet Ihr Euch Euer Trinkverhalten vom Reinheitsgebot diktieren lassen. Zum Beispiel eine herrlich fruchtige Säure, die nur so auf ihren Frühling wartet. Die Bittere im Nachtrunk ist perfekt akzentuiert. Die Hefe erinnert mich ein wenig an das „Leon“, ebenso von den Schweden, das mit Champagner-Hefe fermentiert wurde. Ich kenne Brauer, die haben aus dem Bodensatz einer Flasche Bianca schon eigene Hefekulturen gezüchtet.

Die Gose hat ihren Ursprung im beschaulichen Goslar und ist geschmacklich verwandt mit der belgischen Geuze, einer Lambic-Variation. Auch die Berliner Weisse ist ihr ähnlich. Vor allem bei den nordamerikanischen Brauern ist dieser Bierstil wieder sehr beliebt geworden und wird gerne mit Früchten und Gewürzen kombiniert. Gerade in den wärmeren Jahreszeiten ist eine Gose mit ihrer fein-säuerlichen Frische eine richtig gute Idee.

Omnipollo, das sind Henok Fentie und Karl Grandin aus Stockholm, die neben ihrer 2011 gegründeten Brauerei auch einen tollen Brewpub in Södermalm betreiben. Die Biere zeichnen sich nicht nicht nur durch eine hohe Qualität und Kreativität aus – auch beim Design der Flaschen geben die zwei Schweden ordentlich Gas. Dabei sind die Arbeitsbereiche der beiden klar getrennt: Henok bereist als Wanderbrauer die halbe Welt und Karl Grandin ist für die Optik zuständig. Das Ergebnis kann sich nicht nur schmecken, sondern auch sehen lassen. Für Bianca sind die Brauer nach England gereist, um das Bier bei der Buxton Brewery brauen zu lassen. Ich sag ja: Sie ist schon gut rumgekommen, die Bibi.