Same same, but different

von in Auf Reisen

Mein erstes Mal Thailand war quasi ein Versehen und ist zehn Jahre her. Damals – direkt nach der Uni – waren eine Freundin und ich eigentlich auf dem Weg nach Australien. Im Gepäck wenig Geld, aber viel Zeit. Genauer: ein Jahr. Also warum nicht einmal aussteigen in Bangkok? Eine Woche bleiben, dann weiter? Aus einer Woche wurde ein Monat. Wir strandeten auf Koh Phangan, wohnten in einem 4 Euro-Bungalow mit kaltem Wasser und schmutziger Matratze, tranken viel zu viel Alkohol, dösten am Strand, tanzten unter dem Vollmond und küssten französische Männer. Der Abschied fiel schwer.

2006 kam ich zurück. Von Singapur über Malaysia nach Bangkok in drei Wochen. Das Einzige, was bei dieser Reise sicher war, waren die Flugticktes. In Südostasien reist es sich perfekt mit Gabelflug, die untereinander liegenden Länder laden geradezu dazu ein, sich fortzubewegen und seine Pläne jeden Tag neu zu schmieden. Wir nahmen den Bus, aßen Pfannkuchen in Kuala Lumpur, fuhren in die wunderschönen Cameron Highlands, Malaysias Teeplantagen, und feierten Weihnachten unter der Sonne Ko Lantas. Thailand, ich bin ein bisschen verliebt in dich.

Ende 2012, wieder ein Mädchenurlaub. Aber etwas ist anders: Der Job hat nur auf dem Papier 40 Wochenstunden, die Urlaubstage sind kostbar. Wir haben 16 Tage Zeit und suchen neben dem Abenteuer Asien diesmal auch ganz dringend eines: Erholung. Es darf gern etwas ruhiger zugehen und auch ein wenig mehr kosten. Gutes Essen und ein gemütliches Bett statt wilder Strandpartys lautet das Motto. Aber liegt uns das wirklich? Oder vielleicht doch den Rucksack aufsetzen und einfach los? Denn ganz ehrlich: Schon der Gedanke an Pauschalurlaub macht mir Pickel und ich glaube fest daran, dass man sich die schönsten Reisen selbst zusammenstellt. Aber, so durfte ich glücklich feststellen, das geht auch mit Mitte 30 und wenig Zeit. Reisen als „Erwachsener“ heißt nicht, dass man seine Zeit mit kreischenden Familien am Pool eines Hotelkolosses verbringen muss.

Wir buchten nur den Flug und bastelten uns dann an vielen Abenden vor dem Rechner unsere Route und Unterkünfte zwischen Hin- und Rückflug zusammen. Vorfreude ist ein durchweg unterschätztes Gefühl.

Bangkok

Bangkok

Vier Tage Bangkok als Einstieg. Hoteltipp: das Park Plaza Sukhumvit Bangkok – supergutes Preis-Leistungs-Verhältnis, entzückendes Personal, perfekte Lage und auf dem Hoteldach am Pool schmeckt der Gin Tonic gleich doppelt gut. Außerdem sind es nur ein paar Schritte zum Suda, einem tollen Restaurant abseits der Hauptstraße (6-6/1 Sukhumvit 14). Ohne viel Schnickschnack kommt hier ein hervorragendes Essen auf den Tisch. Alles ist aus Plastik, vom Stuhl bis zum Teller. Muss man mögen. Aber wer in Bangkok Sterneküche isst, macht sowieso etwas falsch. Das Roasted Chili Chicken im Suda katapultiert einen dafür direkt in den Himmel.

Restaurant Suda, Bangkok

Restaurant Suda, Bangkok

Unser nächstes Ziel: Koh Mook. Mit dem Flieger geht es zuerst in den Süden nach Krabi. Inlandsflüge kann man unkompliziert und deutlich günstiger als im Reisbüro selbst bei Air Asia buchen. Und überhaupt: Reisen in Thailand ist einfach. Überall fahren Busse, Züge und Fähren. Man kommt immer irgendwie von A nach B. Von Krabi aus fährt ein kleiner Bus zu einem versteckten Hafen, von dort ein Boot zur Insel Koh Mook.

Koh Mook ist klein. Kein Geldautomat, kein Supermarkt, kein nichts. Nur tollster Strand, der so fein und weiß ist, dass er zwischen den Zehen knirscht. Es gibt ein paar Ressorts auf der Insel, aber das Sivalai Beach Resort ist das Schönste. Mit Abstand. Das dachten offenbar auch die anderen Passagiere des Longtailbootes, als wir ausstiegen. Ihre Augen sprachen Bände – und unsere Herzen hüpften. Hallo, Paradies!

Koh Mook Sivalai Beach Ressort

Drei Tage und eine 30minütige Fahrt mit dem Speedboot später begrüßt uns das Thanya Resort auf Koh Ngai. Tipp: Beachfront Bungalow buchen. Sparen am falschen Ende bringt hier nichts. Wir bekamen netterweise ein Upgrade – nächstes Mal machen wir es gleich richtig. Auf Koh Ngai bewegt man sich gefühlt fünf Meter am Tag. Es. Gibt. Hier. Nichts. Zu. Tun. Eine Handvoll Ressorts, davor der Strand (Traumwasser), dahinter der Dschungel. Keine Straßen, keine Autos. Wollen wir nicht einfach hier bleiben?

Thanya Ressort, Koh Ngai

Thanya Ressort, Koh Ngai

Koh Ngai

Koh Ngai

Zum Abschluss dann noch ein paar Tage Koh Phi Phi. Viel hat sich verändert seit dem letzten Besuch, eigentlich alles. Muss man nicht machen, kann man aber. Wenn man den Di Caprio-Touristen-Strandbesuch weglässt und sich abseits des Partytrubels niederlässt. Am Strand rund um das Holiday Inn Koh Phi Phi (Laem Thong Beach National Park) hat man seine Ruhe, einen Liegestuhl unter Palmen und tollstes Badewasser. Um 17 Uhr ein Dosenbier im Bikini, dann Essen, Drinks und um 22 Uhr ins Bett. So muss Urlaub sein. Jedenfalls manchmal.

Bis bald, Thailand. <3 

Koh Phi Phi

Koh Phi Phi