Tipps fürs Wochenende: Sushi, Sriracha und eine alte Zitrone

von in Shuffle

Der Winter ist da und mit ihm dunkle Sonntage, die man hervorragend in Jogginghose auf der Couch vertrödeln kann. Falls jemand noch auf der Suche nach dem passenden Unterhaltungsprogramm sein sollte: Ich hätte da zwei Food-Dokus und ein ziemlich gutes Buch im Angebot.

Sushikönig

Jiro dreams of Sushi ist eine großartige Dokumentation von David Gelb aus dem Jahre 2011. Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen. Denn selbst wer wie ich gar nicht sooo gern Sushi isst, wird begeistert sein. Portraitiert wird der Sushi-Meister schlechthin: Jiro Ono. Der kulinarische Perfektionist führt in einer U-Bahnstation in Tokio das Sukiyabashi Jiro, das wohl beste Sushi-Restaurant der Welt. Dem Guide Michelin waren die Künste des 88-Jährigen 2014 wieder drei Sterne wert. Einmal hier am Tresen zu sitzen steht deshalb ganz klar auf meiner persönlichen Bucket List.

Kultsauce

Sriracha ist für alle da. So fühlt es sich jedenfalls an – denn wer von uns hat eigentlich keine Flasche der scharfen Chilisauce im Kühlschrank stehen? Wo die allerdings herkommt, wer sie erfunden hat und welcher Kult um die berühmte „Hot Sauce” heute weltweit betrieben wird, war mir nicht klar. Dank Sriracha, the movie! – einer kurzweiligen und unterhaltsamen Dokumentation von Griffin Hammond, bin ich jetzt voll im Bilde.

Powerfrau

Lotti Huber war mir vage als schrullige alte Dame aus dem Fernsehen bekannt. Außer, dass sie gern mit Rosa von Praunheim rumhing, wusste ich nichts über sie – und vor allem nicht über das bewegte Leben, das sie führte, bevor sie im Alter von 75 Jahren (!) zum Star wurde. Ihre Lebensgeschichte Diese Zitrone hat noch viel Saft kam mir jetzt zufällig in die Finger, ist schon ziemlich alt und trotzdem das Beste, was ich seit Langem gelesen habe. Da war was los bei Lotti Huber, die als Tochter großbürgerlicher jüdischer Eltern in Kiel aufgewachsen ist, ins KZ kam, in Palästina, Ägypten, auf Zypern, in London und schließlich in Berlin lebte. Mehrmals musste sie ganz von vorn anfangen – und trotzdem schwingt in diesem Buch nicht ein Hauch von Selbstmitleid mit. Ganz im Gegenteil: Es ist die Geschichte einer starken Frau, die ihrer Zeit immer einen Tick voraus war. Inspirierend, bewegend, unterhaltsam und einfach absolut lesenswert.

Buch Lotti Huber