Reisefotografie: Was packe ich ein, was nehme ich mit?

von in Auf Reisen Fotografie

Und schon ist ein halbes Jahr rum, so schnell geht das. Gefühlt ist der Thailand-Trip gerade mal ein paar Tage her, und dann auch wieder so weit weg. Weil man sich doch irgendwie immer nach Urlaub sehnt. Was auch ein Grund dafür ist, dass ich mir immer wieder die Fotos anschaue. Land und Leute sind aber auch ein wirklich dankbares Motiv: Alles, aber auch wirklich alles in Thailand, ist bunt. Und das gefällt selbst mir, der sonst eher auf knallige Schwarztöne steht. Wir haben schon hier, hier und hier über unsere Reise berichtet, doch es gibt noch ein paar Fotos, die diese Reihe perfekt abschließen und zu schade sind, um nicht gezeigt zu werden.

Für alle, die gerne im Urlaub fotografieren, empfehle ich zwei Dinge: packt Euch ein gutes Weitwinkelobjektiv sowie ein kompaktes Stativ ein und nutzt den Jetlag, um die leider viel zu kurze Morgendämmerung einzufangen. Der Übergang vom Sternenhimmel zum Sonnenaufgang ist besonders auf den Inseln wirklich atemberaubend. Leider ist das Zeitfenster nur auf eine gute halbe Stunde beschränkt, bis es dann auf einen Schlag taghell ist. Doch eben für diese dreißig Minuten lohnt sich das Aufstehen um 5 Uhr morgens.

Eine gute Ausrüstung ist alles

Ich habe lange überlegt, wie ich so viel wie nötig und so wenig wenig wie möglich an Equipment mitnehme, ohne mich großartig in der Bewegungsfreiheit einzuschränken. Das ist leider nicht so einfach, wie ich gehofft habe. Doch letztendlich hat mich nicht die Menge gestört, sondern das ständige Wechseln der Objektive. Das ist der Nachteil, wenn man nur einen Kamera-Body hat, allerdings spart man dadurch auch enorm an Platz. Meine Ausrüstung für den Trip war dementsprechend übersichtlich und doch ausreichend:

  • 1 Canon 70D
  • 1 Canon EFS 18-135 mm, 3.5-5.6 (Zoom)
  • 1 SIGMA EX 10-20 mm, 4.0-5.6 (Weitwinkel)
  • 6 SD-Karten à 16 GB inklusive 2 atombombensichere Cases
  • Tamrac Apache Kameratasche
  • 1 Biloret 2017 Stativ (Dachbodenfund)
  • 1 Manfrotto Tischstativ (nie genutzt)
  • EOS Remote für Android (unbedingt zu empfehlen! Gibt es auch fürs iPhone)
  • 1 Mikrofasertuch
  • 2 Akkus, Ladegerät

Im Nachhinein hätte ich das 18-135 mm lieber durch ein ordentliches 50 mm ersetzt oder ergänzt, was damals noch nicht in meinem Besitz war. Die Lichtstärke der Kombi-Objektive stößt dann doch recht schnell an ihre Grenzen. Allerdings sind feste Brennweiten für spontane Fotos unterwegs auch alles andere als flexibel. Was die Speicherkarten betrifft, so empfiehlt es sich, kleinere Speicherkapazitäten zu wählen, da im Falle eines Verlustes der Schaden und der Frust nicht so groß sind. Dass die Cases wasser- und stoßfest sein sollten versteht sich von selbst. Die EOS-App für Android war ein Segen bei den Langzeitbelichtungen, da ich nicht mehr auf den Sucher angewiesen war und die Belichtungszeit auch manuell steuern konnte. Außerdem konnte ich die Fotos direkt auf das Telefon übertragen. Eine teure Fernbedienung ist somit überflüssig. Ein besonderer Dank geht an Calumet in Hamburg für die wirklich gute Beratung (nein, die bezahlen nix für diesen Artikel).

Hin und wieder bin ich aber auch mit meiner analogen Praktica BCC unterwegs, wie z.B. in Oslo, Kanada oder auf Kreta.

Alles Einstellungssache

Es ist nicht verwerflich, seine Kamera auf Automatik zu stellen und sich so mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. Setzt man sich aber mal etwas mit seiner Kamera auseinander, kommen mitunter bessere Bilder dabei heraus. Vor allem bei Langzeitbelichtungen oder schwierigen Lichtverhältnissen muss man selbst aktiv werden, um die richtigen Einstellungen zu finden. Deshalb habe ich unter einigen Fotos die Einstellungen für das Objektiv, die Belichtungszeit, Blende (f) und die ISO-Empfindlichkeit geschrieben. So von Amateur zu Amateur und die, die es vielleicht werden wollen.

Doch genug Technik Mambo Jambo, hier sind die letzten Bilder unserer Reise. Mögen sie uns allen den frostigen Mai erwärmen. 

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Ein Weitwinkel sorgt für ordentlich Dynamik (10 mm, 1/160 Sek., f/4.5, ISO 100)

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Auch schlechtes Wetter kann ein gutes Motiv sein (10 mm, 1/200 Sek., f/13, ISO 100)

Sukhumvit, Bangkok (10 mm, 25 Sek., f/20, ISO 100 und eine wackelnde Brücke)

Sukhumvit, Bangkok (10 mm, 25 Sek., f/20, ISO 100 und eine wackelige Brücke)

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Urlaub eignet sich zum Geduld üben: 480 Sekunden Belichtung (10 mm, f/7.1, ISO 100)

Morgens halb 5 auf Koh Lipe

Morgens um 5 auf Koh Lipe (10 mm, 86 Sek., f/11, ISO 100)

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Elefantensnack (78 mm, 1/200 Sek., f/5.6, ISO 640)

Spinnensnack

Spinnensnack (135 mm, 1/125 Sek., f/8.0, ISO 1250)

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In Thailand haben Spinnen übrigens gerne mal Stacheln auf dem Rücken. Just sayin‘. (135 mm, 1/125 Sek., f/5.6, ISO 5000)

Seriously.

Seriously.