Muttis Barszcz

von in Rezepte

Es ist nun schon mehr als zwanzig Jahre her, dass unsere polnischen Freunde – inzwischen leben sie im wundervollen Vancouver – für ein Jahr in Hamburg lebten. Ich war noch jung, erinnere mich aber trotzdem noch sehr gut an diese Zeit. Vor allem an das gute polnische Essen, die geselligen Abende, die unsere Familien miteinander verbrachten, und die wunderbare Sprache. Zu essen gab es stets genug für alle – Freunde und auch Freunde der Freunde waren immer wilkommen. Wichtig war, dass man zusammen war, aß und trank.

Wenn es Barszcz gab, dann immer einen großen Herbergstopf voll. Am nächsten Tag wurde die Suppe noch einmal aufgewärmt und schmeckte noch besser, der Rest wurde eingefroren. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie unser Eisschrank oft voll war mit rotgefüllten Tupperdosen. Im Sommer aß man die Supper sogar kalt. Und jedes Mal wurde der Barszcz etwas anders zubereitet. Wenn ich heute meine Freunde in Kanada besuche, hoffe ich jedes Mal, dass es wieder einen dieser großen Töpfe gibt. Selten werde ich enttäuscht.

Einen guten Barszcz zuzubereiten ist gar nicht so schwer. Man braucht nur etwas Geduld, wenn man ihn from scratch machen möchte. Das Huhn wird abgekocht, die Brühe dadurch selbst hergestellt. Am Ende wirft man einfach alles rein, was einem schmeckt. Dieses Rezept ist das Originalrezept unserer polnischen Freunde, das mir von meiner Mutter weitergegeben wurde:

Muttis Barszcz

Muttis Barszcz für einen großen Topf

1 Poularde
1 Bund Suppengemüse
1 große Handvoll Kartoffeln, gewürfelt
1 große Handvoll Möhren, gewürfelt
1 großes Glas Rote-Bete-Kugeln
1 Bund frische Petersilie, gehackt
1 EL Kümmel, gemahlen
Balsamico
Zucker
Salz
Pfeffer

Zubereitung

  1. Das Huhn im Topf mit Wasser bedecken und etwas Brühe hinzugeben. Sellerie und Lauch grob schneiden, dazugeben und alles so lange kochen, bis das Fleisch vom Knochen fällt. Den Schaum nicht abschöpfen, da dieser die Brühe schön klar macht.

  2. Das Huhn aus dem Topf holen und abkühlen lassen. Das zerkochte Gemüse mit einer Schaumkelle aus der Brühe holen und nicht mehr verwenden.

  3. Eine große Handvoll gewürfelter Karotten und ebenso viele Kartoffeln in der Brühe gar kochen. Das abgekühlte Hühnerfleisch in mundgerechte Teile zupfen. Die Rote Bete in mundgerechte Teile schneiden und mit etwas Saft (nach Belieben) in den Topf geben und heiß werden lassen.

  4. Gegen Ende der Garzeit das Fleisch hinzugeben und heiß werden lassen. Mit einem ordentlichen Schuss Essig und etwas Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Mit viel frischer Petersilie garnieren und servieren.