Wer Metal hört, muss DEAF FOREVER lesen

von in Shuffle

Gut, ein Bild auf Instagram hätte vielleicht gereicht. Zusammen mit einem Kaffee von oben, dazu zwei Kekse, Wolldecke, #sundayread und fertig. Aber erstens ist Metal keine Kuscheldecke und zweitens muss ich einfach darüber schreiben. Ein Bild sagt hier keine 1000 Worte. Was ist passiert, worum geht es? Um das beste deutsche Metal- und Hardrock-Magazin der letzten zwanzig Jahre: DEAF FOREVER.

Ein Samstagabend im Frühjahr 2015. Norman aka MC Straßenköter und Hanna luden zu selbst gemachten Schnitzeln und österreichischem Erdäpfelsalat. Der anschließend vollgemopste Bauch verlangte einen Digestif, den Norman mir in Form eines Magazins vorsetzte: „Hier, kennste? Götz Kuhnemunds neues Heft. Richtig gut!“ Götze Kühnemund – Oberkutte und Vorbild unserer Jugend – war 24 Jahre Chefredakteur der Rock Hard und hat sich mal öffentlichkeitswirksam mit Manowar gezofft, weil er kritische Fragen stellte. Dass er aber ein eigenes Magazin rausgebracht hat, das war mir entgangen. Ich blätterte zum Dessert-Bier etwas darin rum und konnte gar nicht glauben, was ich da alles sah.

Ein Metal-Magazin schön zu gestalten ist nicht nur schwierig, sondern auch unnötig. Das muss sich auch Götz Kühnemund gedacht haben. Und so pfeift er einfach auf alles, was Spationierung, Kontraste und Schönheit betrifft. Metal ist nunmal dreckig, selbstgemacht und kommt auch gut ohne Weißraum aus. Und so darf und muss auch ein dazugehöriges Magazin aussehen. Viel wichtiger ist sowieso der Inhalt. Was erwarte ich von einem guten Metal-Mag? In erster Linie Authenzität. Diese erschafft man, indem man wie ein Fan denkt und am besten natürlich selbst einer ist. Wer in der DEAF FOREVER blättert hat das Gefühl, in Kühnemunds Fan-Kollagen und Autogrammsammlungen zu stöbern. Wie ein kleines Kind scheint er sich zu freuen, wenn er ein 20-Seiten-Special über US-Metal machen darf und dabei eine Liste mit 250 Bands dieses Genres aufführt, von denen nur ein Bruchteil jemals im METAL HAMMER thematisiert wurde. Das sind die Vorteile, wenn du dein eigener Verleger bist.

Es hat mehr als 20 Jahre gedauert, meiner Gewohnheit zu trotzen und mich von der METAL HAMMER zu trennen. Anfang des Jahres habe ich mein Abo gekündigt. Jeden Monat eine Rammstein-Tourstory, Böhse Onkelz Knast-Reunion-Kindergarten und der zigste Furz von Nightwish – ich konnte es nicht mehr sehen. Seit der Übernahme durch Axel Springer Anfang der 2000er wurde die METAL HAMMER, einst relevantes Szenemagazin, immer mehr zur BILD, nur eben mit ein paar Stromgitarren. Ich fühlte mich zu alt für dieses Heft, brauchte etwas Neues. Einzig: Die Alternativem fehlten. Bis jetzt.

DEAF FOREVER wurde diesen August schon ein Jahr alt und erscheint alle zwei Monate. Mit nicht mal sechs Euro pro Ausgabe bekommt man hier ein von der ersten bis zur letzten Seite ehrliches Magazin mit hochwertigem Stoff aus dem Underground und (hoffentlich) garantiert Nightwish-freien Covern.

www.deaf-forever.de

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