Frankfurt Pale Ale

von in Craft Beer

Frankfurt riecht wie ein altes Ledersofa. Durchlebt und leicht muffig. Ich mag das, denn es erinnert mich immer an meine Heimat. Doch es ist nicht nur die Luft, auch die Menschen hier sind den Hamburgern sehr ähnlich. Irgendwie kantig und trotzdem entspannt. Gerade deshalb mehr freue ich mich darüber, wenn mir ein Hesse ein Fläschchen Craft-Beer-Kunst aus Frankfurt schenkt.

Ein Bier wie gegerbte Kuhhaut

Zugegeben, ich bin kein großer Freund von IPA. Viele Brauereien sind der Meinung, dass ein IPA mindestens 9% vol. bei einer Stammwürze von gefühlt 20° P haben muss. Ich finde die meisten IPAs deshalb zu seifig und unentspannt zu trinken. Um so mehr überraschte mich das Frankfurter Pale Ale von BrauStil.

Die Geruchsprobe gefällt, ich rieche eine leichte Note von gegerbter Kuhhaut. Aber keine Angst, dieses Bier schmeckt nicht nach Leder. Eher fühle ich mich auch hier bestätigt, dass ein Bier wie eine Stadt schmecken kann. Der Geschmack ist herb und frisch, ohne die IPA-übliche Seife. Dazu eine feine Karamellnote. Im Abgang wird es dann muffig, wie eine verrauchte Kneipe aufm Kiez. Hier wurde gar nicht erst versucht, ein Bier für die hippe Spätjugend zu produzieren. Man bekommt hier schnörkellose Braukunst auf das Wesentliche reduziert. Kein Chichi, keine Gelaber und vor allem kein knallbuntes Label. Einfach ein Bier mit Gesicht, genau so wie ich es mag.

Frankfurt Pale Ale

Braustil Frankfurter IPA

Ein IPA verlängert den Sommer um mindestens 5,6% vol.

Braustil Frankfurter IPA

Die Verwendung von Comic Sans sei ihnen verziehen. Wenn auch mit herbem Nachgeschmack.