Getrunken & gefeiert Die 11 besten Biere 2016

von in Craft Beer

2016 war ein geiles Bierjahr. Ein paar Highlights: Auf der Copenhagen Beer Celebration konnte ich einige der aktuell besten Craft Biere probieren. Mein guter Freund Jens hat die Bunthaus Brauerei gegründet, gemeinsam haben wir ein Beer Tasting veranstaltet und das Hamburger Homebrewer Meetup ins Leben gerufen. Und natürlich habe ich viel Bier getrunken. Welche einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben? Hier kommt meine Top 11 für 2016.

 

1. Westbrook – Mexican Coconut Cake BA

Stell Dir vor, Du beißt in eine Schokoladen-Tarte mit perfekter Textur, herrlichem Kokosaroma und leichter Schärfe im Abgang. Der Geschmack ist so gut, dass Du Dich kaum traust, zu schlucken, weil dann alles vorbei ist. Ungefähr so ging es Jens und mir mit dem Mexican Coconut Cake von Westbrook auf der diesjährigen CBC in Kopenhagen. Im Bourbon-Fass gelagert hat dieses Bier einen Körper entwickelt, der sich an Dich schmiegt wie eine Señorita beim Sonnenuntergang am Strand von Sayulita. Dieses Bier ist wie ein Urlaubsflirt, an den man sich auch noch Jahre später zurück erinnert. Ganz klar meine Top 1 in diesem Jahr.

Der Gewinner des Tages: Mexican Coconut Cake von Westbrook

Herrschaftszeiten! Das Mexican Coconut Cake von Westbrook lässt alles hinter sich.

2. Brouwerij De Sint-Sixtusabdij van Westvleteren – Westvleteren 12

Wie das Westvleteren 12 in mein Leben trat, habe ich ja hier bereits beschrieben. Es galt lange als das beste Bier der Welt – und ist es vielleicht auch heute noch. Der kleine Haken an der Sache: Offiziell gibt es das Bier nicht im Handel. Wer Braukunst in Perfektion genießen möchte, muss sich auf den Weg in die belgische Abtei Sint-Sixtusabdij machen. Hier kann man mit etwas Glück einen der limitierten Kästen ergattern.

3. Omnipollo – Hypnopompa

Omnipollo haben nicht nur das in meinen Augen schönste Flaschendesign, die Stockholmer Brauerei begeistert mich auch immer wieder mit ihren Bieren. Zuletzt mit dem Hypnopompaein Marshmallow Stout, das diesen Namen auch verdient. Schon beim ersten Schluck macht sich ein wahnsinnig abgerundeter Geschmack von Vanille und Marshmallows im Mund breit. Und das wirkt auch bis zum Ende weder langweilig noch zu dominant. Dieses Bier schmeckt wie ein fantastisches Dessert nach einem guten Essen.

Omnipollo Hypnopompa – nicht nur für Label-Trinker ein Genuss.

4. Stone Farking Wheaton – w00tstout

Beim diesjährigen Winter Beer Day in den Schanzenhöfen hatte Stone Brewing eine kleine Überraschung dabei: ein Fass vom w00tstout. Hierbei handelt es sich um eine Kollaboration zwischen Greg Koch (Stone Brewing), Drew Curtis (Fark.com) und Wil Wheaton („Star Trek“). Das Imperial Stout zog mir direkt die Schuhe aus. Pekannüsse, Weizen, Roggen, Schokolade, Kaffee, Vanille – alles auf einmal, alles in der richtigen Menge, alles auf den Punkt. So geht „barrel aged“.

5. Lervig – Bourbon BA 3 Bean Stout

Das 3 Bean Stout von Lervig habe ich letztes Jahr schon einmal empfohlen. Auf dem diesjährigen Craft Market in Hamburg gab es am Stand von Lervig dieses Jahr dann die „barrel aged“-Version: Im Bourbon-Fass gelagert hat das eh schon fantastische Stout einen Kick bekommen, der die Vanille- und Schokoladenaromen noch besser hervorhebt. Hier gibt es nichts mehr zu verbessern. Einfach trinken und staunen.

6. Beavertown – Neck Oil

Beavertown gehört zweifelsohne zu den Brauereien, die meinen Alltag bereichert haben. Logan Plant, Sohn von Led Zeppelins Robert Plant, füllt sein Bier ausschließlich in Fässer und Dosen ab, was eine längere Frische garantiert. Bisher hat mich noch kein Bier von Beavertown enttäuscht. Die Qualität liegt stets im oberen Drittel und das Neck Oil, ein Session IPA, ist zudem noch das perfekte Sommerbier. Wer es entspannt mag, sollte genau bei dieser Dose zugreifen.

7. Buddelship / Mashsee – Moonshine Imperial Pils

Buddelship aus Hamburg und Mashsee aus Hannover sind für sich schon zwei Brauereien mit tollen Eigenkreationen. Gemeinsam haben sie mit dem Moonshine ein Imperial Pils gebraut, das mit 7 % vol. nicht unbedingt für den schnellen Konsum geeignet ist. Dieses Pils muss genossen werden. Vollmundig, toller Schaum, leicht fruchtige Noten – richtig geil.

8. Warpigs – Berliner Weisse With Rhubarb

Wo wir gerade dabei sind, wie deutsche Bierstile in anderen Ländern besser gebraut werden: Im Warpigs in Copenhagen habe ich die beste Berliner Weisse getrunken, die mir bisher in den Becher gekommen ist. Punkt.

9. Half Acre – Gin Pony BA

Das Gin Pony von Half Acre ist für mich eines der besten Pilsner überhaupt. Den Mut, ein Pilsner in Gin-Fässern zu lagern und ihm auch noch Kardamom zuzufügen, wird man in Deutschland wohl nie finden. Zu groß ist hierzulande der Respekt vor traditionellen Brauarten. Schade, denn die US-Amerikaner haben mir gezeigt, wie gut des Deutschen liebstes Bier schmecken kann.

10. Kneitinger – Dunkel Export

Mit einem Freund bin ich vor neun Jahren nachts spontan mit dem Auto von Hamburg nach Regensburg gefahren, um im Kneitinger ein „Schweiners“ zu essen. Dieses Jahr haben wir diesen Trip wiederholt, denn für diesen Schweinebraten ist einfach kein Weg zu weit. Und: Das Kneitinger ist nicht nur eine Gastwirtschaft, sondern hat auch eine hauseigene Brauerei. Das Dunkel Export schmeckt im Gegensatz zu den handelsüblichen Bieren dieser Art noch nach echtem Röstmalz. Die Hopfennote (Hallertauer) ist wirklich bemerkenswert und ist auch beim letzten Schluck noch sehr präsent. Passt hervorragend zu Schweinebraten!

11. And Union – Friday

Bei einem spontanen Beer Crawl durch Berlin war ich nicht nur erstaunt über die Vielfalt kleiner, gemütlicher Bars mit Taps, die ich in Hamburg etwas vermisse. Auch die Tatsache, dass ein Späti wie das Drink & Drunk eine Auswahl von etwa 30 Bieren im Kühlschrank hat, hat mich an diesem Abend glücklich gemacht. Wir wählten das FRIDAY von AND UNION, ein perfektes Everyday-IPA. Auf den Punkt gebraut, süffig und komplex. Und trotzdem so, dass es nicht Deine volle Aufmerksamkeit erfordert. Ein Bier, das Dich gekonnt durch den Abend begleitet.

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