Spontaner Craft Beer Crawl in Berlin

von in Craft Beer

Berlin und ich, das ist so eine Geschichte für sich. Irgendwie hatte ich immer meine Probleme mit der Hauptstadt, und obwohl ich dort sogar mal für ein paar Monate gelebt habe, wurden wir nie richtig warm miteinander. „Was zieht bloß so viele Menschen hierhin?“ habe ich mich immer wieder gefragt. Vermutlich geht es oft um den einen, besonderen Moment, den Du erlebst, der Dich packt und von einem Ort überzeugt. Und den gab es für mich einfach nie. Bis vor ein paar Wochen. Spontan zog ich mit meinem Freund Everett, ein Amerikaner, der inzwischen seit einigen Jahren in Berlin lebt, durch die Stadt. „Ich zeig Dir mal, wo man hier gutes Bier trinken kann“, sagte er – und ich folgte ihm nur zu gern. Mit Bier bekommst Du mich immer. Und was soll ich sagen? In dieser schwülen Sommernacht änderte sich mein Blick auf die Stadt. Ich traf auf entspannte Menschen und entdeckte Bars, die ich mir auch in Hamburg wünschen würde. Hier unsere kleine Tour, die ich nur jedem ans Herz legen kann:

Los ging es in Neukölln. The Black Lodge (Sanderstraße 6) ist ein guter Start für eine Kneipentour, vor allem, wenn man sich in Ruhe bei einer tollen Bierauswahl unterhalten möchte. Nettes Personal, nicht überlaufen und eine schöne Tap List. Ich starte mit einem „Headwaters Pale Ale“ von Victory Brewing, gefolgt vom „LuckyLup“ der Gebrüder Wiestner. Gefällt mir hier. Dunkel, gemütlich, schöner Tresen.

Das Hopfenreich in Kreuzberg (Sorauer Straße 31) ist mittlerweile wohl eine Pflichtadresse in der Stadt. Und da ich es trotz vieler Berlinbesuche in den letzten Monaten immer verschwitzt habe, hier vorbeizuschauen, musste man mich nicht lange überreden, hier einzukehren. Es gibt 22 Taps und die Auswahl sollte wirklich jeden zufriedenstellen. Leider habe ich mit dem Brown Ale von Smuttynose ein nur mittelmäßiges Tröpfchen erwischt. Macht aber nix, ich komme trotzdem wieder.

Einrichtungsideen im Hopfenreich

Wohnideen im Hopfenreich

Wir wollen weiter und brauchen ein Wegbier. Vom Hopfenreich muss man nicht weit laufen, um den Späti mit der wohl besten Bierauswahl der Stadt zu finden: Drink & Drunk am Schlesischen Tor wird, so habe ich gehört, von einem Hamburger Vertrieb beliefert und bietet vier prall gefüllte Kühlschranke mit einer exquisiten Auswahl an. Ich entscheide mich für ein „Friday“ von And Union – für so einen Freitagabend genau richtig.

Es geht zurück nach Neukölln. Unser Ziel: Das Gift (Donaustraße 119), die Bar des Mogwai-Gitarristen und Keyboarders Barry Burns (und wohl auch die von Phil Collins). Hier kommen auch Whiskey-Liebhaber auf ihre Kosten, was bei der schottischen Herkunft des Betreibers nicht wundert. Die Jukebox ist vollgepackt mit Mixtapes befreundeter Musiker, hier findet man u. a. die Lieblingssongs von Trent Reznor (Nine Inch Nails). Das Interieur ist einfach gehalten und erinnert ein wenig an die charmanten Trinkhallen der 1950er Jahre. Mir gefällt es hier. Ich bestelle ein „Framboise“ von Heidenpeters und beende den Abend mit einem Laphroaig. Obwohl, das stimmt nicht ganz: Der wirkliche Abschluss der Nacht ist eine Portion der fantastischen Köfte von Gel Gör.

Berlin, so mag ich Dich. Und da das mit Sicherheit nicht mal im Ansatz alle Adressen für gutes Bier in der Stadt sind, bin ich dankbar für jeden weiteren Tipp von Euch.