Copenhagen Beer Celebration 2016 Bierhauptstadt Kopenhagen

von in Craft Beer

Wenn sich Bier-Connaisseure aus aller Welt in Dänemarks Hauptstadt treffen, um gemeinsam Biere der besten Brauer zu trinken, dann ist Copenhagen Beer Celebration (CBC). Die Tickets der von Mikkeller initiierten Veranstaltung sind heiß begehrt und innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Wer schnell genug war, konnte sich jedoch auf die internationale Brau-Elite und ihre Kreationen freuen. Für Jens (Big River Isle) und mich war die diesjährige Copenhagen Beer Celebration eine Premiere und wir freuten uns nicht nur auf die Veranstaltung. Auch einige der Brew Pubs in Vesterbro, wo der Veranstaltungsort lag, standen auf unserer Agenda. Auf geht’s, Kopenhagen!

Wir kamen am vergangenen Freitag erst spät in Kopenhagen an und in Vesterbro herrschte Festivalstimmung. An jeder Ecke ließen Besucher der CBC ihre Freitags-Session ausklingen, aus vielen Bars dröhnte Metal – herrlich. Wir waren relativ schnell auf das Meatpacker District eingeschossen, wo auch das WarPigs seine Hallen hat. Ein Brewpub, das von 3Floyds und Mikkeller ins Leben gerufen wurde. Und was für einer! So was würde ich mir auch in Hamburg wünschen: integrierte Brauerei, verdammt gutes Bier, deftiges BBQ und kein Chi-Chi. Die Playlist reicht von Iggy Pop bis Slayer. Einzig die landesüblichen Preise hielten uns davon ab, komplett zu versacken. Dennoch: genau mein Ding. Mit Metal, Fleisch und Bier kriegt man mich einfach immer.

Wer es etwas gediegener mag, der findet in Fußnähe die Fermentoren (Halmtorvet 29 C), wo 20 Taps dafür sorgen, dass man nicht verdurstet. Hier schaffe ich allerdings nur noch ein „Christian Bale Ale“, bevor ich mich in die Waagerechte legen muss – schließlich will ich am nächsten Tag nicht müde und verkatert auf die Biermesse gehen.

Kleiner Tipp: Eine gute Grundlage für jegliche Aktivitäten in Kopenhagen kann man sich übrigens auch gut im Restaurant Fleisch (Slagterboderne 7) schaffen, wo wir am Samstag eingekehrt sind. Dort haben wir nicht nur sehr gut gegessen, sondern auch das einzige deutsche Bier des Wochenendes getrunken, das dem hohen Standard des Wochenendes ebenfalls gerecht wurde: ein „Indian Clipper“ von Headless Brewing aus Traunstein in Bayern. Schöne Bier-Souvenirs für zu Hause gibt es in der Ølbutikken (Istedgade 44) und ein leichtes Bier in der Mittagssonne schmeckt sehr gut in der Mikkeller Bar (Viktoriagade 8).

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Geht gut bei Sonne: die Mikkeller Bar in der Viktoriagade.

Vier Stunden echte Gefühle

Aber zurück zum eigentlichen Anlass unseres Kopenhagentrips, die CBC. Hier kauft man vorab (rechtzeitig vorab!) ein Ticket für eine Session. Die sind nach Farben unterteilt (blau, gelb, grün und pink). Nur wer das pinke Bändchen trägt, darf alle Sessions besuchen. Für alle anderen gilt, einen Slot von vier Stunden so sinnvoll wie möglich zu nutzen und so viele der 168 Biere aus 79 Brauereien wie möglich zu probieren. Und ja, es hat schon einen Sportcharakter. Aber viele dieser Biere wird man einfach nie wieder trinken, da sie entweder eigens für die CBC gebraut wurden oder die Beschaffung eine große Herausforderung ist. Ich habe 45 geschafft – und hier sind meine fünf Gewinner:

  1. Westbrook (USA) – 2015 Barrel Aged Mexican Coconut Cake (Imperial Stout)
  2. Half Acre (USA) – Pony Pilsner (Barrel Aged Gin Barrel Pilsner)
  3. Faction (USA) – Hop Solid IPA
  4. Boxing Cat (China) – Thrilla in Manila (Fruited Berliner Weisse)
  5. Buxton (UK) – Barrel Aged Double Axe (Barrel Aged IIPA)

Es ist im Nachhinein natürlich schade, nicht alle Biere getestet zu haben. Bei einigen Brauereien waren allerdings auch so lange Schlangen, dass man beim Anstehen kostbare Zeit verloren hätte. Einige Biere hätte ich gerne noch probiert, wie „Wee Heavy“ von AleSmith oder das „Whiskey Sour“ von Siren. Hätte hätte Burgerkette. Am Ende zählt ja auch ein wenig der Event als solcher.

Dass allerdings keine einzige Brauerei aus Deutschland vertreten war, haben wir schon mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einerseits ist es natürlich schade, da die deutsche Craft-Beer-Szene ein recht großes Potenzial besitzt. Andererseits war das Niveau der Biere auf der CBC so hoch, dass einem der Unterschied zwischen Deutschland und dem Rest der Welt ziemlich deutlich vor Augen geführt wurde. Das mag vielleicht daran liegen, dass hierzulande die Angst, Traditionen zu brechen größer ist, als unvoreingenommen einfach mal was auszuprobieren. Und dass uns am Ende ehemalige Bier-Entwicklungsländer wie die USA dann einfach überholen, wird man wohl auch nicht verhindern können, wenn man mit angezogener Handbremse (aka Reinheitsgebot) unterwegs ist.

Nächstes Jahr sind wir mit Sicherheit wieder dabei. Und auch wer kein Ticket bekommt, kann sich auf eine tolle Stadt mit der geselligsten Atmosphäre freuen, die man sich vorstellen kann. Hinfahren, Bier in die Hand nehmen und irgendwas Nettes wird immer passieren. 

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Der Gewinner des Tages: Mexican Coconut Cake von Westbrook

Der Gewinner des Tages: Mexican Coconut Cake von Westbrook

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Biere probieren ist auch harte Arbeit.

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Untappd or it didn’t happen.

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Für Bianca standen die Männer Schlange.

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Und so sieht sie aus.

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