Kleiner City Guide: 48 Stunden in Kopenhagen

von in Auf Reisen

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich für meinen Teil fahre viel zu selten einfach mal übers Wochenende weg. Dabei merke ich jedes Mal: Zwei Tage in einer fremden Stadt fühlen sich um Lichtjahre länger an als ein Wochenende zu Hause. Vorletztes Wochenende habe ich es endlich einmal wieder gemacht und war mit einer Freundin (die Dritte im Bunde war leider krank und musste schweren Herzens Zuhause bleiben) in Kopenhagen.

Freitagabend hin – Sonntagabend zurück. 48 Stunden reichen, um das Kopenhagengefühl einmal tief in sich einzusaugen, viel zu sehen (die Stadt ist klein!) und gut zu essen. Was wir so gemacht haben? Hier kommen ein paar Tipps für einen Mini-Trip in die dänische Hauptstadt.

1. Hinkommen

Der Flug von Hamburg nach Kopenhagen dauert lächerliche 35 Minuten. Und seitdem easyjet die Route bedient, gibt es nun also eine günstige Ruckizucki-Alternative zur Bahn. Wir sind dieses Mal geflogen, ich kann aber auch die Reise mit dem Zug sehr empfehlen. Denn die wird für eine Stunde von der Fährfahrt von Puttgarden nach Rødby unterbrochen – und ein Hot Dog auf hoher See hat ja auch etwas für sich.

2. Übernachten

Hotels in Kopenhagen sind teuer, deshalb haben wir uns über Airbnb ein entzückendes kleines Apartment gebucht. Kostet weniger, bietet mehr Platz als ein Hotelzimmer und meistens gibt es noch ein paar Tipps für die Umgebung vom Gastgeber mit dazu. Win win win! Tipp: Besonders schön wohnt man in  den Stadtteilen Nørrebro und Vesterbro.

3. Rumkommen

Kopenhagen ist die Fahrradstadt schlechthin. Jeder ist hier auf zwei Rädern unterwegs und Fahrradfahrer sind hier keine Störfaktoren, sondern – dank hervorragend ausgebauter Radwege – perfekt in den Straßenverkehr integriert. Deshalb lege ich jedem Kopenhagenbesucher ans Herz, sich ein Rad zu mieten und die Stadt auf diesem Wege zu erkunden.

4. Shopping

Hinter dem Rathaus beginnt Kopenhagens Shopping District. Hier kann man sich einfach mal durch die großen und vor allem kleinen Nebenstraßen treiben lassen – es gibt so viele entzückende Geschäfte. Allein schon Stunden kann man sich im Illums Bolighus (Amagertorv 10) aufhalten. Ein Paradies! Hier gibt es alles – vom Kerzenständer bis zur Mode skandinavischer Designer. Tipp: Nur ein paar Schritte entfernt liegt mit dem Hay House (Oestergade 61) der größte Store der beliebten Marke in Kopenhagen.

Auch einen meiner persönlichen Lieblingsläden findet man hier in der Gegend. Bei Stilleben (Niels Hemmingsensgade 3) ist einfach alles toll. Alles! Die Lampen, die Prints, der Schmuck, die Möbel…  Da der Platz im Koffer begrenzt war, wurde es diesmal ein kleiner Moebe-Rahmen mit Karte. Die Rahmen bestehen aus nur vier Holzstücken, die mit einem Gummi zusammengehalten werden. Sie haben keine Rückwand – je nach Bildgröße scheint also die Wand im Hintergrund durch. Mag ich sehr und es gibt sie auch in einigen Läden in Deutschland.

5. Frühstück

Womit startet man in Kopenhagen am besten in den Tag? Richtig. Mit einer Zimtschnecke und einem Kaffee. Die Dänen, die können nämlich nicht nur Design, die haben das auch mit den Brötchen und süßen Teilchen verdammt gut drauf. Überall findet man kleine feine Bäckereien und wir hatten das große Glück, gleich um die Ecke vom Brød (Enghave Plads 7) zu wohnen. Beim Blick ins Schaufenster bekommt man schon Schnappatmung und die Kanelsnegle sind wirklich eine Wucht.

6. Kleine Snacks

Zum kulinarischen Pflichtprogramm in Kopenhagen gehören natürlich außerdem mindestens ein Hot Dog, ein dick belegtes Smørrebrød und ein Softeis. Hot Dog-Buden stehen in der ganzen Stadt verteilt, die kann man also gar nicht verpassen. Die berühmte quietschrote Pølser sollte man einmal probieren – wer das nicht mag, bestellt einfach ein „Risted Hot Dog“ und kriegt dann eine Wurst, wie wir sie kennen. Das beste Sandwich der Stadt gibt es in einer kleinen Seitenstraße im Zentrum bei Thomas (Kompagnistraede 17).

7. Food Market

Einen Besuch unbedingt wert ist die Torvehallerne (Frederiksborggade 21). Die zwei kleinen Hallen haben jeden Tag geöffnet und hier kann man sich in Seelenruhe einmal durch die vielen Foodstände futtern, ein paar Mitbringsel für Zuhause einkaufen und nebenbei noch Kopenhagens Hipster beobachten.

8. Dinner im Bæst

Auch für Abends ist die Auswahl an Restaurants groß. Das Noma hat mich nie recht interessiert, als ich vor drei Jahren mit Martin an meinem Geburtstag in Kopenhagen war, hat er mich schick ins Kong Hans Kælder ausgeführt – aber für unser Ladies-Wochenende sollte es lieber etwas lässiger sein. Also haben wir schon von Hamburg aus einen Tisch im Bæst reserviert (Guldbergsgade 29). Das Publikum ist super angenehm, der Service zuckernett und das Abendbrot in neun und mehr Gängen einfach lecker. Berühmt ist das Restaurant für den hausgemachten Mozzarella aus der Milch glücklicher dänischer Kühe. Und tatsächlich: Der hat uns nachhaltig beeindruckt. Der Hammer! Zum Gin Tonic legte nach dem Essen noch ein DJ 80er Jahre Pop auf. Was will man mehr?

9. Auf zur Königin

kopenhagen-palast

Nachdem wir am Samstag eher im Shopping- und Bummelmodus waren, haben wir den Sonntag noch einmal für eine Radtour genutzt. Am berühmten Nyhavn vorbei ging es zum Schloss Amalienborg (Amalienborg Slotsplads 5), wo gerade die Wachablösung stattfand. Auf dem Gelände kann man sich ein wenig die Zeit vertreiben und dann, fünf Minuten Radweg entfernt, noch die berühmt-berüchtigte kleine Meerjungfrau besuchen (Uferpromenade Langelinie). Die ist zwar etwas unspektakulär, aber hey: Immerhin wurden der Dame schon mal der Kopf und ein Arm abgeschlagen, im Meer versenkt wurde sie ebenfalls ein Mal und trotzdem sitzt sie da immer wieder auf ihrem Stein. Wer so standhaft ist, der hat doch einen kleinen Besuch verdient.

Und zack – waren 48 Stunden auch schon um und es ging wieder zum Flughafen. Mein Fazit: Kopenhagen lohnt sich einfach immer und immer wieder. In zwei Tagen kann man viel, aber nicht alles sehen und probieren, ist ja klar. Da wären ja noch das Tivoli, Christiania, der Meatpacking District mit seinen vielen Bars (ich habe gehört, dass die Ruby Bar ganz toll sein soll) und und und. Aber das Gute ist ja: In knapp einer halben Stunde ist man zur Not ja wieder da, im kleinen feinen Kopenhagen.