Brausturm Spektakel: Brau Dein eigenes Bier

von in Craft Beer Unser Hamburg

Normalerweise lasse ich es mir nicht entgehen, wenn der HSV zu Hause gegen die Bayern spielt. Da mir Nicole zum Geburtstag aber einen Bierbraukurs von Brausturm Spektakel schenkte und dieser nun mal genau auf diesen Tag fiel, galt es Prioritäten zu setzen. Es gibt nämlich Dinge, die muss ein Mann einmal in seinem Leben gemacht haben. Ein Bier brauen gehört definitiv dazu (Senf machen übrigens auch). Meine Vorfreude war also groß.

Ort des Geschehens war der Ackerladen von Ackerliebe im Eppendorfer Weg in Hamburg. Max und Ronald, ehemals dem Craftbeerstore zugehörig, führten durch den Tag und begrüßten uns erst einmal mit einem Frühstück und ein paar Anekdoten aus der Welt der Biere. Mit zwölf Teilnehmern ist dieser Kurs recht familär und man hat die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen und bei jedem Team mal in den Topf zu schauen. Doch bevor es losgeht, wurde natürlich erst einmal ein Bier verköstigt. Wir beginnen mit einem Kriek Boon, ein fruchtiges Lambik,  das sich herrlich als Aperitif eignet.

Mit einer Grundlage im Bauch ging es an die Töpfe, wo es eine kurze Einweisung in den generellen Brauprozess gab. Vor uns ein Riesentopf, das Rezept und die Vorfreude auf das erste selbst gebraute Bier. Doch erst geht es ans Einmaischen: der Malz wird in das vorgeheizte Wasser gerührt und eingekocht, wodurch der Raum nach kurzer Zeit nach warmem Müsli duftet. Generell ist Bierbrauen auch etwas für die Nase. Wer schon einmal in der Nähe einer Brauerei stand, weiß was ich meine. Das Malzige, das Hopfige – Liebe oder Hass, dazwischen gibt es nicht viel.

Einmaischen, Läutern, Spindeln, Whirpool – um nur ein paar der Schritte zu nennen, die ein Bier gehen muss.  Man braucht also etwas Geduld. Sind auf der einen Seite die Schritte sehr penibel zu beachten, hat man auf der anderen immer mal wieder viel Zeit, während der Sud vor sich hin köchelt. Kein Wunder, dass einige Hobbybrauer im Sommer ihr Bier bei einem BBQ quasi nebenher kredenzen. Wir vertreiben unsere Zeit, indem wir weitere Biere testen: ein fantastisches Pale Ale von Mikkeller, einer Brauerei aus Kopenhagen, die u.a. auch das Noma beliefert. Ein wirklich sehr gutes Bier. Aber auch das irische Stout von o’Hara’s war ordentlich, obwohl für mich ein Stout mehr Wumms haben muss: stockdunkel, starke Kaffee- und Schokoladennote und ein ordentlicher Bodensatz im Glas.

Der Braukurs dauert um die sechs Stunden und am Ende hat man die Möglichkeit, sein frisch gebrautes Bier in einem Braueimer mit nach Hause zu nehmen, es dort gären zu lassen und es dann in Flaschen abzufüllen. Eine Option, die ich unbedingt empfehlen kann. Denn was gibt es Besseres, als seinen Freunden eine Flasche selbst Gebrautes anzubieten! Leere Flaschen mit Bügelverschluss gibt es in jedem Getränkemarkt, die Flaschen sind auch schnell abgekocht und schon dieses Gefühl, eine leere Flasche mit seinem eigenen Bier zu füllen tröstet schnell über ein verpasstes Fußballspiel hinweg.

Der Kurs findet ein bis zwei Mal pro Monat statt und ist übrigens nicht nur etwas für Männer! Alle Termine gibt es hier. 

Brausturm Spektakel

Grundlage schaffen

Rezept Pale Ale

Einmaischen

Schon beim Einmaischen sehr wichtig: Immer auf die Temperatur achten!

Braukessel

Kocht die Maische erstmal vor sich hin …

Mikkeller Pale Ale

… bleibt Zeit für ein Frühstück und ein fantastisches Mikkeller Pale Ale.

Läutern

Abmaischen, läutern, spindeln und wieder kochen lassen – zwischendurch bleibt immer etwas Zeit, um …

Brotzeit

… sich zu stärken, zu klönen oder …

o'Hara's Stout

… ein Stout zu verkosten.

Was ein Stout zum Stout macht: Chocolate Malt

Was ein Stout zum Stout macht: Chocolate Malt

Hopfenbeigabe

Ab jetzt wird’s ein Bier: Der Hopfen hüpft ins Bad.

Abpumpen

Nach knapp sechs Stunden wird abgepumpt, runtergekühlt und die Hefe zugegeben: Jetzt beginnt die Gärung.

Nach knapp drei Wochen Gärung sieht es ungefähr so aus und schmeckt sogar ziemlich gut!