Analog ist geil

von in Fotografie

Ach ja, die „guten alten Zeiten“. Mitunter erinnern wir uns gern an sie, für vieles schämen wir uns – und trotzdem feiern wir die Vergangenheit immer wieder ab. Erst die Achtziger, jetzt die Neunziger – irgendwie war es dann doch alles ganz geil. Zugegeben, mir sind Retro-Trends relativ egal. Ich fand die Musik in den Neunzigern gut, dafür schäme ich mich nicht und muss deshalb auch heute nicht ironisch dazu abtanzen. Was ebenfalls unverändert ist, ist meine Leidenschaft für analoge Fotografie, wie man hier, hier und hier sehen kann. Was dem einen sein Vinyl ist, ist für mich eben meine Praktica BCC.

Wenn man Fans fragt, warum sie gern analog fotografieren, sind sich eigentlich alle einig: Es ist diese Ungewissheit, die mitspielt, wenn man Momente festhält. Man knipst keine Motive in zehn verschiedenen Einstellungen, muss noch manuell fokussieren und hat trotzdem keine Ahnung, ob das Foto etwas geworden ist. Jedes einzelne Bild erfordert höchste Konzentration. Und dann kommt noch dazu, dass man gerne Filme in der Kamera vergisst. Letzte Woche habe ich einen nach mehr als zwei Jahren aus der Kamera geholt und zum Entwickeln gebracht. Ich hab keine Ahnung, was da drauf ist, und freue mich wie ein kleines Kind darauf, die Bilder heute abzuholen und schon im Laden die Tüte aufzureißen. Wie das Storck-Riesen-Kind in der Werbung, das den ersten Bonbon immer gleich sofort in seinen Mund stopfte. Parallel durchwühle ich gerade meine Fotokiste vom Dachboden und erlebe längst vergessene Momente noch einmal. Eine Zeitreise, wie ich sie mag.

Ich muss gestehen, dass mit der Anschaffung einer DSLR das analoge Thema auch für mich sehr in den Hintergrund gerückt ist. Denn neben der Zeit, die man investiert, sind natürlich auch die Kosten ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Einen Film im Labor entwickeln zu lassen kostet, inklusive Digitalisierung, schnell mal um die dreißig Euro. Als ich 2006 mit zehn Filmen aus Kanada zurückkam, musste ich erstmal schlucken. Dennoch ist diese Art der Fotografie für mich immer noch die schönste und intimste. Zudem habe ich vor einiger Zeit eine Canon AE-1 vererbt bekommen, der Klassiker schlechthin der analogen Spiegelreflexkameras. Anreiz genug, nie damit aufzuhören.

Und bis ich meine Favoriten aus der Fotokiste sortiert und digitalisiert habe, gibt es hier schon mal eine kleine Auswahl aus den letzten zehn Jahren.

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