Schuhe von Alina Schürfeld: Shoppen mit gutem Gewissen

von in Unser Hamburg

Meine Mutter sagt immer: „Hauptsache Lederschuhe, alles andere taugt nichts!“ Inzwischen wissen wir allerdings: Auch Leder ist nicht gleich Leder. Denn oft wird es mit Chrom gegerbt – und am Ende sickert der ganze Müll durch die Haut in unsere Füßchen. Ganz zu schweigen von den Arbeitern, die zum Beispiel in Indien für die Lederproduktion ihre Gesundheit riskieren und unter – sagen wir es einmal vorsichtig – oft sehr fragwürdigen Bedingungen arbeiten.

Es geht: Schuhe ohne Chemie

Das muss doch auch anders gehen, dachte sich die Designerin Alina Schürfeld, und fasste einen Entschluss. Ihr Ziel: Selbst designte Schuhe und Taschen anzubieten, die nachhaltig und umweltfreundlich produziert werden und dabei auch noch gut aussehen. Also forschte sie nach, reiste durch Europa, sprach mit Lederlieferanten und Produzenten und gründete 2009 ihr Label ALINASCHUERFELD. Seither produziert sie edle Schuhe und Taschen, die ethischen genauso wie ästhetischen Kriterien genügen.

„Authentischer Luxus“ nennt das die Hamburgerin, die für ihre Produkte nur vegetabil und umweltfreundlich gegerbte Leder verwendet. Wie das ohne Chrom funktioniert? Mit natürlichen Rhabarberextrakten aus dem Allgäu. „Hier riecht kein Schuh nach Chemie, teste mal“, sagt Alina, die mit diesem Ansatz in der Branche noch ziemlich allein auf weiter Flur steht. „Die natürliche Gerbung ist zeitintensiv und teuer, deshalb schrecken viele große Hersteller davor zurück“, erklärt sie.

Eine Innovation: Leder aus Bio-Lachshaut

Eine weitere Entdeckung von ihr: biozertifiziertes Lachsleder als Material für Schuhe. Pumps aus Fischhaut? Ernsthaft? „Ja unbedingt!“ sagt Alina begeistert. „Das ist eine tolle Alternative zu exotischem Leder, hat eine ganz besondere Struktur. Richtig spannend! Die Verarbeitung ist wegen der natürlichen Schuppenstruktur und der Farbverläufe aufwendig – aber die Resultate einfach nur schön. Und jeder Schuh ist so am Ende ein Unikat.“ Die Lachshaut für ihre Schuhe kommt aus Deutschland, das feine Rindsleder aus Spanien, Italien und Deutschland. Auch produzieren lässt Alina in Deutschland, Spanien und Italien – oft in familiengeführten Manufakturen. „Gutes Handwerk ist mir einfach wichtig“, sagt sie. „Nur so kann ich meinen Qualitätsanspruch erfüllen. Ich stehe in engem Kontakt zu all meinen Lieferanten und Herstellern.“ Und so sind auch Maßanfertigungen oder die Umsetzung individueller Farb- oder Materialmixe kein Problem.

Die Mühe hat sich gelohnt: 2011 gewinnt Alina den „Bunte New Faces Award Fashion“ als bestes Accessoire-Label, 2012 eröffnet sie ihren Flagshipstore an der Klosterallee in Hamburg Eppendorf. Inzwischen führt neben Shops unter anderem am Tegernsee und in Graz auch Manufactum einige ihrer Modelle, bestellen kann man außerdem über Alinas Website.

Flagshipstore in Hamburg Eppendorf

Oder man besucht sie in Hamburg einfach in ihrem Laden. „Das ist natürlich das Schönste, wenn ich meinen Kunden meine Philosophie direkt vermitteln kann. Für viele bekommen die Schuhe dann noch einmal einen ganz anderen Wert,“ sagt die Hamburgerin. „Ich bin gerade dabei, neue Modelle zu entwerfen und bald wird es noch eine tolle Abendtaschenkollektion und Portemonnaies geben,“ verrät sie.

Vorbeischauen lohnt sich also. Und: Weihnachten steht vor der Tür! Auf meinem Weihnachtswunschzettel sind jedenfalls direkt ein paar ihrer Schuhe gelandet. Ein Schnäppchen sind die natürlich nicht. Dafür zahlt man dann aber auch nicht den großen Designernamen, sondern wirklich hochwertige Materialien. Meine Mutter würde sagen: „Qualität hat halt ihren Preis.“

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Freut sich, dass immer mehr Kunden auch bei Schuhen auf Umweltfreundlichkeit und eine ethisch korrekte Produktion achten: Designerin Alina Schürfeld.

Freut sich, dass immer mehr Kunden auch bei Schuhen auf Umweltfreundlichkeit und eine ethisch korrekte Produktion achten: Designerin Alina Schürfeld.

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Ein Fisch wird zum Schuh – bei Alina Schürfeld sieht das dann zum Beispiel so aus.

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Butterweich: Ankle-Boots aus mit Rhabarberextrakten natürlich gegerbtem Rindsleder. Chemie? Fehlanzeige!

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So sieht also Lachsleder aus. Natürlich strukturiert und mit immer wieder anderen Farbverläufen. So wird jeder Schuh zum Unikat.

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